Foyer des Reuchlinhauses mit Wendeltreppe, Foto Valentin Wormbs
Schön, dass ihr wieder vorbeischaut. Pforzheim zeigt sich im ersten Halbjahr 2026 von seiner kreativsten Seite. Ob ihr euch für die bewegte Stadtgeschichte interessiert, modernes Design liebt oder euch für die weltweite Esskultur begeistert – der Veranstaltungskalender ist prall gefüllt.
Damit ihr den Überblick behaltet, haben wir dir die wichtigsten Ausstellungen chronologisch zusammengestellt. So verpasst ihr garantiert keinen Termin in der Goldstadt. Wir halten diesen Beitrag für euch aktuell. Sobald neue Termine reinkommen oder sich etwas ändert, wird der Text upgedatet. Schaut also öfters mal vorbei, um nichts zu verpassen!
Zwischen Zeilen: Pforzheimer Kunstgeschichte neu entdecken
Zeitraum: 25.10.2025 bis 19.07.2026
Diese Langzeitausstellung nimmt euch mit auf eine Reise in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. In der Zeit zwischen 1900 und 1950 passierte in Pforzheim künstlerisch enorm viel, auch wenn die Weltkriege tiefe Zäsur hinterließen. Ihr seht hier Werke, die zeigen, wie lokale Künstlerinnen und Künstler auf die Strömungen der Moderne reagierten. Die Exponate erzählen von Aufbruch, Zerstörung und dem unbedingten Willen zur Kreativität. Es ist eine Gelegenheit, die ästhetische DNA eurer Stadt besser zu verstehen.
Digital-Tipp: Falls ihr gerade nicht vor die Tür wollt oder es zeitlich nicht ins Museum schafft, ist das auch kein Ding: Klick euch einfach vom Sofa aus rein. Die Ausstellung “Zwischen Zeilen. Kunst aus Pforzheim 1900 bis 1950” könnt ihr nämlich auch ganz entspannt digital anschauen.
Adresse: Jahnstraße 4, 75175 Pforzheim
Ausstellungen im Schmuckmuseum Pforzheim


Aufgetischt: Eine kulinarische Reise um den Globus
Zeitraum: 25.10.2025 bis 19.04.2026
Was essen Menschen am anderen Ende der Welt und welche sozialen Rituale sind mit Mahlzeiten verbunden? “Aufgetischt” ist eine kulturhistorische Entdeckungstour, die zeigt, dass Essen weit mehr ist als reine Energieaufnahme.
Früher haben Kaiser, Könige und der Adel bei ihren Partys so richtig auf den Putz gehauen. Mit riesigen Banketten und edlem Geschirr wurde protzig gezeigt, wer das Sagen hat. Lustiges Detail am Rande: Bis ins 18. Jahrhundert war es völlig normal, sein eigenes Besteck mitzubringen – oft waren das total verrückte oder extrem teure Einzelstücke. Erst im Barock kamen dann die einheitlichen Tafelservices auf, wie wir sie heute kennen, bevor sie durch die Industrialisierung zum schicken Standard für alle wurden. Die Schau beleuchtet diese Entwicklungen und zeigt, wie Globalisierung und Tradition unsere Teller heute beeinflussen.
SilverLining & Die 21. Silbertriennale: Ein glänzendes Comeback
Zeitraum: 17.05.2026 bis 06.01.2027, Opening: Internationaler Museumstag, Sonntag, 17. Mai 2026, 17:00 Uhr
Pünktlich zum Museumstag wird es in Pforzheim richtig edel. Wusstest ihr, dass kein Metall das Licht so stark reflektiert wie Silber? Sein lateinischer Name „Argentum“ kommt nicht von ungefähr – der helle, warme Weißton ist einfach einzigartig. Die Silbertriennale bringt die weltweite Elite der Schmiedekunst in die Stadt. Wenn du auf Luxus und Extravaganz stehst, wirst du hier Augen machen: Gezeigt wird auch, wie die kühle Brillanz von Diamanten erst durch die Fassung in weißem Edelmetall so richtig zur Geltung kommt – ein Trend, der schon im Barock und Rokoko für offene Münder sorgte.
Adresse: Schmuckmuseum im Reuchlinhaus, Jahnstraße 42, 75173 Pforzheim
Afghanistan, Oman oder Schwarzwald? Silberschätze der Sammlung Herion
Zeitraum: Ab 17.05.2026
Silber ist weit mehr als nur Dekoration – es ist Geschichte und Zahlungsmittel zugleich. In der Schau „Was ist Schmuck?“ kannst du die beeindruckenden Stücke der Sammlung von Eva und Peter Herion entdecken. Die Reise geht von den ältesten Silberfunden aus dem fünften vorchristlichen Jahrtausend (ausgegraben zwischen Anatolien und Afghanistan) bis hin zu regionalen Schätzen. Es ist faszinierend zu sehen, wie dieses Metall über Jahrtausende hinweg Menschen weltweit verbunden hat.
Adresse: Schmuckmuseum im Reuchlinhaus, Jahnstraße 42, 75173 Pforzheim
Randnotizen: Wenn Mode auf Fotografie trifft
Ort: Foyer
Direkt im Foyer erwartet dich mit den „Randnotizen“ ein spannender Kontrast. Die Modedesignerin Monika Markert und die Fotografin Silke Helmerdig werfen hier einen Blick auf die Schnittstelle zwischen Ästhetik und Funktion. Du siehst Exponate, die traditionelle, festliche Elemente von Trachten aus verschiedenen Kulturen mit modernen Entwürfen zusammenbringen. Ein echtes Muss, wenn du dich für Mode als Ausdruck von Lebenserfahrung und Tradition interessierst.
Adresse: Schmuckmuseum im Reuchlinhaus, Jahnstraße 42, 75173 Pforzheim
Hochschule Pforzheim – Zwischen Pixeln und handfestem Design


Event-Tipp: 27.04.2026 um 17:30 Uhr
An der Hochschule Pforzheim – wo Gestaltung, Technik, Wirtschaft und Recht aufeinandertreffen – wird es im April richtig spannend. Wir werfen einen Blick auf ein Thema, das uns alle betrifft: Wie viel digitale Welt verträgt eigentlich ein reales Produkt?
Unter dem Titel „Unreal – Digitalität und die Gestaltung realer Produkte“ lädt die Fakultät für Gestaltung in ihre Aula ein. Als Teil der beliebten Veranstaltungsreihe Artefakte dreht sich hier alles um das große Spannungsfeld unserer Zeit.
Einerseits pusht die Digitalität die Effizienz und eröffnet uns gestalterische Möglichkeiten, von denen wir früher nur geträumt haben. Andererseits lauert da die Gefahr: Schränkt die ständige Arbeit am Bildschirm unsere echte Kreativität und unsere handwerklichen Fertigkeiten am Ende sogar ein?
Ein Blick hinter die Kulissen mit Martina Tiefenthaler
Die Hochschule hat sich für diesen Talk echte Expertise ins Haus geholt. Die Modedesignerin und Creative Director Martina Tiefenthaler spricht darüber, wie man den Spagat zwischen digitalen Tools und physischen Ergebnissen meistert. Wenn du dich fragst, wie Design in einer Welt funktioniert, die immer virtueller wird, ohne dabei den Bezug zur Realität zu verlieren, ist dieser Termin ein absolutes Muss für dich.
Kommt vorbei, hört zu und diskutiert mit – der Eintritt in die Aula der Fakultät für Gestaltung lohnt sich für alle, die Design nicht nur konsumieren, sondern verstehen wollen.
Adresse: Tiefenbronner Straße 65, 75175 Pforzheim
Zwischen Zeiten: Die „Lost Generation“ in der Pforzheim Galerie
Zeitraum: 25.10.2025 bis 19.06.2026 | Adresse: Bleichstraße 81, 75173 Pforzheim
Habt ihr euch schon mal gefragt, was mit der Kunst passiert, wenn die Welt um sie herum Kopf steht? In der Pforzheim Galerie könnt ihr genau das erleben. Die Ausstellung „Zwischen Zeiten. Kunst aus Pforzheim 1900 bis 1950“ nimmt uns mit in eine Ära, die alles andere als geradlinig war.
Wir blicken hier auf die sogenannte „Lost Generation“. Das sind Künstlerinnen und Künstler, die ihren Weg zwischen dem Kaiserreich, zwei Weltkriegen und der dunklen Zeit der Diktatur finden mussten. Es ist eine Reise durch fünf Jahrzehnte voller Extreme.
Bekannte Namen und vergessene Schätze
Was diese Schau so spannend macht: Wir treffen auf echte Schwergewichte der Kunstgeschichte wie Otto Dix oder Richard Ziegler. Aber auch lokale Größen wie Vera Joho sind am Start. Das Beste ist jedoch, dass wir hier auch Werken begegnen, deren Schöpfer fast aus unserem kulturellen Gedächtnis verschwunden wären. Lange vergessene Kunstschaffende bekommen hier endlich wieder die Bühne, die sie verdienen.
Ein Mix der Stile und Schicksale
Die Kunst in dieser Zeit war so vielfältig wie die Biografien dahinter. Ihr findet in den Räumen in der Bleichstraße alles von:
- Impressionismus & Expressionismus
- Neuer Sachlichkeit
- Konstruktivismus
Hinter der Ästhetik steckt aber oft eine harte Realität: Viele dieser Biografien sind gezeichnet von Repression, Exil oder der reinen Überlebenskunst. Die Ausstellung zeigt uns rund 40 Künstlerinnen und Künstler aus der Städtischen Sammlung Pforzheim, ergänzt durch zwei besondere Leihgaben der Kunststiftung der Sparkasse Pforzheim Calw.
Warum ihr hin solltet?
Es ist keine „08/15“-Ausstellung. Wir sehen hier exemplarisch, wie Kunst als Ventil, Widerstand oder schlichter Ausdruck von Hoffnung fungiert hat. Wer die DNA der Pforzheimer Kunstszene verstehen will, kommt an diesem Termin nicht vorbei.
Übrigens: Wenn ihr es nicht persönlich in die Bleichstraße schafft, könnt ihr euch die Highlights auch digital anschauen – perfekt für einen Kulturtag vom Sofa aus!
Wie ihr seht, hat Pforzheim im ersten Halbjahr 2026 einiges auf dem Kasten. Egal, ob ihr euch digital durch die Stadtgeschichte klickt oder live vor den Silber-Exponaten der Triennale staunt – langweilig wird es garantiert nicht.
Schnapp euch eure Freunde, zieht los und lasst euch inspirieren. Bis zum nächsten Update!


